Ich erinnere mich noch, als ich mich zu Beginn meiner Studienzeit in einem Deutschkurs für Anfänger selbst in Deutsch vorstellen musste, dass ich mit meinem mangelhaften Deutsch vor Kommilitonen und Lehrern erklärte, dass ich in Zukunft eine Brücke zwischen Taiwan und Deutschland sein und zum Austausch in Kultur, Sprache und Wissenschaft beitragen möchte. Die hohen Ideale zu dieser Zeit klangen wohl etwas vollmundig, zumal ich damals nur über ein winziges deutsches Vokabular verfügte und kaum korrekte Sätze bilden konnte.

Nach dem Studium an der Fu-Jen-Universität und später in Deutschland an der Freien Universität Berlin hatte ich glücklichweise die Möglichkeit, als Deutschlehrer an der Universität und auch am Goethe-Institut tätig zu werden. Im gleichen Jahr, in dem ich in das Berufsleben eintrat, wurde das DAAD IC Taipeh gegründet, für das ich zu Anfang vier Stunden pro Woche, später in einer Halbzeitstelle 20 Stunden pro Woche Studienberatung leistete. Diese Tätigkeit wurde in weiterer Folge in eine Vollzeittätigkeit umgewandelt und sogar die Leistung von Überstundenarbeit wurde fallweise erforderlich. Mit der Änderungen der Arbeitszeiten ging auch eine Ausweitung der Arbeitsinhalte am DAAD IC Taipeh einher.

Wie im Nu sind bereits 20 Jahre vergangen. Besonderer Dank geht an die bisher fünf Direktoren des DAAD IC Taipeh, von denen ich viel gelernt habe. Natürlich wäre die Arbeit des DAAD IC Taipeh ohne die Unterstützung des Goethe-Instituts Taipei und das Deutsche Institut in Taipei nicht möglich. Ohne die Unterstützung die das DAAD IC Taipeh von seinen deutschen und taiwanischen Partnern erfährt, wäre es existentiell gefährdet und ich hätte nicht die Möglichkeit, heute diese Auszeichnung entgegenzunehmen. Deshalb danke ich Ihnen heute aufrichtig.

Dass ich als kleines Schräubchen in der Maschinerie des taiwanisch-deutschen Austausches tätig werden kann, erfüllt meinen jugendlichen Ehrgeiz und bereichert mein Leben mit unvergesslichen Erfahrungen.