Guten Abend sehr geehrter Herr Botschafter Martin Eberts, meine Damen und Herren, vielen Dank!

Ich habe Jura in Deutschland studiert und dort auch meinen Magister und Doktor von 1982 bis 1988 abgelegt. Während meines Studiums erhielt ich ein Stipendium von der Friedrich-Naumann-Stiftung der FDP. Zu der Zeit war ich auch Studentenvereinsvorsitzender des Taiwanesischen Studentenvereins in Köln. Als Vorsitzender schrieb ich eine Broschüre für neuankommende taiwanesische Studenten damit sie sich einfacher zurechtfinden. Sie war in chinesischer Sprache geschrieben. Dort konnten die Studenten Informationen finden zur Einschreibung, Bankkontoeröffnung, Wohnheimsuche, Verkehrsverbindungen zur Universität, Sachen die im Krankheitsfall getan werden mussten und ganz wichtig: wo es preisgünstige chinesische Lebensmittel zu kaufen gab. Diese Broschüre war sehr beliebt. Außerdem beauftragten mich die taiwanesischen Studenten eine Beschwerde beim deutschen Außenministerium einzulegen. Der Grund dafür war, dass alle Taiwaner vor 1980 bei der Deutschen Bank 6000 HK-Dollar (damals ungefähr 1000 DM) zinslos hinterlegen mussten, um einen Rückflug von Deutschland nach Taiwan sicher zu stellen; andernfalls hätten sie kein Einreisevisum erhalten. Auf Grund meiner öffentlich rechtlichen Fachkenntnis, war meine Beschwerde ein Erfolg, da diese Voraussetzung nicht mit dem Gleichheitssatz des Grundgesetzes vereinbar gewesen ist. Während dieser Zeit gründete ich auch eine Familie und schloss viele Freundschaften, nicht nur taiwanesische sondern auch deutsche.

Nach meinem Deutschlandaufenthalt ging ich zurück nach Taiwan und lehrte an der Soochow-Universität sowie an der National Cheng Chi University. Während der Präsidentschaft Mas war ich in den ersten drei Jahren stellvertretender Minister im Ministerium für Staatsexamen und in den darauffolgenden vier Jahren Minister.

Im Februar 2015 wurde der „Taiwanisch Deutsche Verein“ in Taiwan von mir gegründet. An diesem Tag durfte ich auch Martin Eberts begrüßen, der als Generaldirektor der deutschen Vertretung in Taipei tätig war und noch immer ist. Mit seiner Unterstützung haben wir das Taiwan-Germany-Railway-Forum im Herbst desselben Jahres veranstaltet. Auf diesem Forum waren viele wichtige Vertreter der Deutschen Bahn und auch der taiwanische Verkehrsfachleute und hochrangige Beamten von Taiwan. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg, da dadurch die Verkehrsminister beider Länder sich später in Berlin getroffen haben. Ohne Martin Eberts Bemühen wäre das Forum und das Treffen niemals zustande gekommen. Dafür ein herzliches Dankeschön!

Unser TDV ist nicht nur eine freundschaftlich, akademische sondern auch wirtschaftlich ausgerichtete Plattform. Bis heute haben wir mehrere kleine Treffen mit dem deutschen Wirtschaftsbüro gehabt. Dabei haben wir über erneuerbare Energien, Biotechnik und auch Agrartechnik gesprochen. Das Wirtschaftsbüro hat uns unterstützt, indem es uns einen Raum zur Verfügung stellte. Auch hier ein herzliches Dankeschön an Herrn Limberg!

Zuletzt möchte ich mich bei dem Vorstand und den Vereinsmitgliedern vom TDV bedanken für ihre volle Unterstützung. Vielen vielen Dank! Seit kurzem bin ich Vizepräsident an der Soochow Universität und gleichzeitig auch Direktor der angeschlossenen Sprachschule für Chinesisch. Durch diese Doppelbelastung konnte ich in letzter Zeit nicht viel zum Verein beitragen, aber ich verspreche, dass ich in Zukunft für den Verein wieder mehr beitragen können werde. Ich werde weiterhin mit voller Hingabe den Austausch mit Taiwan und Deutschland fördern. Somit nehme ich die Freundschaftsmedaille herzlich entgegen und sehe sie als Ansporn für meine zukünftige Arbeit im Verein.

Zum Schluss möchte mich nochmals bei Martin Eberts bedanken und natürlich auch bei meiner Familie.

Bau-Tscheng Dung

2018.4.19