Berlin/Bonn, 4. Juni 2020

Das Interesse an der deutschen Sprache bleibt weiterhin ungebrochen: Wie die Erhebung „Deutsch als Fremdsprache weltweit“ zeigt, lernen weltweit mehr als 15,4 Millionen Menschen Deutsch. Die Instrumente zur Förderung von Deutsch als Fremdsprache zeigen nachhaltige Wirkung. Nach wie vor gibt es in Europa die meisten Deutschlernenden, aber insbesondere in Afrika und Asien gewinnt Deutsch an Bedeutung. Die Zahl der Schulen, die Deutschunterricht anbieten, ist von 95.000 im Jahr 2015 auf rund 106.000 Schulen gewachsen. Die sprachliche Qualifizierung von Fachkräften aus dem Ausland spielt in der Deutschförderung eine zunehmend wichtigere Rolle. Digitale Lernangebote erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Die Erhebung wird alle fünf Jahre vom Auswärtigen Amt in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), dem Goethe-Institut, der Deutschen Welle und der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) veröffentlicht.

Außerhalb Europas fällt ein außerordentlich hohes Wachstum von fast 50 % in Afrika auf. Zu den afrikanischen Ländern, in denen die Zahl der Deutschlernenden gestiegen ist, gehören Ägypten, Algerien und Côte d'Ivoire. Ein weiterer wichtiger Wachstumsmarkt der deutschen Sprache liegt in Asien, vor allem in China. In den USA ist hingegen ist ein Rückgang bei den Deutschlernenden um 15% zu vermelden.

Die Erhebung zeigt auch: Deutsch wird in erster Linie an Schulen gelernt. Während 2015 weltweit ca. 95.000 Schulen Deutschunterricht angeboten haben, sind es heute rund 106.000 Schulen. Ein erfolgreiches Instrument der weltweiten Förderung von Deutsch als Fremdsprache ist die Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH): Inzwischen nehmen daran etwa 2.000 Schulen mit mehr als 600.000 Schülerinnen und Schüler in über 100 Ländern teil. Die PASCH-Initiative wird in Kooperation mit dem Auswärtigen Amt, dem Goethe-Institut, der ZfA und dem Pädagogischen Austauschdienst der KMK durchgeführt. In den Schulen wird ein modernes Deutschlandbild vermittelt und es findet eine intensive Beschäftigung mit der deutschen Sprache und Kultur statt.

Deutsch eröffnet darüber hinaus Zukunftschancen durch Zugang zu einem der weltweit besten Hochschulsysteme und zu einem attraktiven Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. An den Hochschulen lernen aktuell 1,27 Millionen Studierende Deutsch. Im Vergleich zu 2015 ist ein leichter Rückgang von rund 60.000 weniger Deutschlernenden zu vermerken. Mit dem Deutschen Sprachdiplom und den Abschlüssen an den Deutschen Auslandsschulen der ZfA erlangen jährlich rund 20.000 Absolventinnen und Absolventen weltweit den Zugang zum Studium in Deutschland, 45 % davon beginnen ein Studium in Deutschland.

Erstmals in der Erhebung berücksichtigt wurden digitale Lernangebote. Die Ergebnisse zeigen, dass Online-Lernmöglichkeiten insgesamt an Bedeutung gewinnen und zukünftig noch wichtiger werden – bei der Vermittlung der deutschen Sprache wie bei der Ausbildung von Deutschlehrkräften. In der Erhebung nicht mehr berücksichtigt wurde die Zeit während der Corona-Pandemie.

Der wachsenden Nachfrage nach Deutsch an vielen Orten steht jedoch ein Mangel an Deutschlehrkräften entgegen: Die Qualifizierung von Lehrkräften genießt daher hohe Priorität in der Förderung des Auswärtigen Amts und bei den Partnern. So sorgen Aus- und Fortbildungsprogramme wie „Dhoch3“ des DAAD oder „Deutsch Lehren Lernen (DLL)“ des Goethe-Instituts für eine bessere Aus- und Weiterbildung für Lehrkräfte.

Die Erhebung zur Zahl der Deutschlernenden gibt einen Einblick in die derzeitige Verbreitung der deutschen Sprache in der Welt und erlaubt einen Blick auf aktuelle Entwicklungstendenzen.

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Netzwerk Deutsch: Datenerhebung 2020 [pdf Datei]
Netzwerk Deutsch: Datenerhebung 2015 [pdf Datei]
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