Der asiatisch-pazifische Raum hat sich bei Wissenschaft, Forschung und Innovation in den letzten Jahren sehr dynamisch entwickelt. Daraus ergeben sich für Deutschland sowohl wissenschaftlich wie auch wirtschaftlich große Chancen in der Region. Teilweise gibt es bereits eine intensive und lange bestehende Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie in zahlreichen Themen und Disziplinen. In manchen Fällen sind diese Austauschbeziehungen aber noch weniger ausgeprägt.

Kooperationen in der Wissenschaft zwischen Institutionen aus unterschiedlichen Ländern lassen sich unter anderem anhand der Anzahl der gemeinsamen Publikationen und Patente quantifizieren. Die Ergebnisse der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) beauftragen und von einem Konsortium bestehend aus dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, dem Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien (GIGA) sowie dem Deutschen Akademischen Austauschdienst e.V. (DAAD) umgesetzten  APRA-Studie zeigen, dass die USA als wissenschaftlicher Partner für eine Vielzahl an Ländern eine herausragende Rolle spielen. Im Fall von Taiwan und China liegen die Anteile deutlich über der 40 Prozent-Marke. Auch China selbst ist als Partner in der Wissenschaft für zahlreiche Länder mittlerweile von großer Bedeutung, was einerseits der mittlerweile hohen absoluten Zahl an Veröffentlichungen geschuldet ist. Andererseits nimmt China faktisch in der asiatisch-pazifischen Region mittlerweile eine Position als Treiber eines regionalen Wissenschaftsraums wahr. Auch mit Taiwan finden sich aufgrund der sprachlich-kulturellen wie geographischen Nähe hohe Anteile wissenschaftlicher Kooperationen mit China,  die an einigen Stellen jedoch durch die politische Situation behindert werden. Japan ist für die südostasiatischen Länder Indonesien, Philippinen, Thailand, Vietnam und auch für Taiwan von besonderer Bedeutung. Insgesamt ist die Kooperationsintensität Deutschlands mit den asiatisch-pazifischen Ländern als niedrig einzustufen. Abgesehen von China und Australien kooperiert Deutschland wissenschaftlich in erster Linie mit den westlichen Industrieländern USA, Frankreich und Vereinigtes Königreich. So rankt Deutschland als wissenschaftlicher Kooperationspartner für Taiwan lediglich an siebter Stelle. Für Taiwan lassen sich verstärkte Trends hin zu Ko-Publikationen mit asiatischen Partnern feststellen.

Historisch gesehen ist Asien ein „Exporteur“ mobiler Studierender, die Differenz zwischen Outgoing- und Incoming-Studierenden sinkt aber aufgrund steigender Mobilitätsströme nach Asien beständig.  Eine Vielzahl von APRA-Ländern hat inzwischen explizite Mobilitätsziele für die Anwerbung ausländischer Studierender aufgestellt. Ob beispielsweise Taiwan das ambitionierte Ziel, 150.000 internationale Studierende im Jahr 2020 auszubilden, erreichen wird, ist fragwürdig.

Taiwan gehört mit einem pro-Kopf Einkommen von gut 50.000 USD zu den hochentwickelten Industrieländern. Es hat mit einer FuE-Intensität von 3 Prozent ein ähnliches Niveau wie Deutschland. Allerdings ist das Land sehr stark auf Nordamerika als Markt ausgerichtet, was sich unter anderem auch in den hohen Ko-Patent-Anteilen mit der USA niederschlägt. Diese deutliche Ausrichtung führt auch dazu, dass die Anzahl der transnationalen Patente vergleichsweise niedrig ausfällt. Die wissenschaftlichen Schwerpunkte Taiwans sind eng mit den wirtschaftlichen Stärken in der Mikroelektronik verbunden und liegen in der Informatik, der Elektrotechnik und bei Messen/Steuern/Regeln. China ist Taiwans zweitwichtigster internationaler Wissenschaftspartner hinter den USA. Die enge Verbundenheit mit den USA und in jüngerer Zeit mit China zeigt sich auch in der Wissenschaftlermobilität. Umgekehrt ist Taiwan aber für Studierende aus der Region, allen voran China, Hong Kong und Malaysia attraktiv.

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