Das 2005 unterzeichnete „Taiwanese-German Academic Links Agreement“, das die bilaterale Anerkennung von Studienabschlüssen garantiert, ist der wohl wichtigste Meilenstein in der Entwicklung der taiwanisch-deutschen Hochschulkooperation. In der Folge nahm die Zahl der deutsch-taiwanischen Hochschulkooperationen dramatisch zu:

Das taiwanische Bildungsministerium (MoE) zählt gegenwärtig 469 Kooperationsvereinbarungen 146 deutscher Hochschulen mit 62 (der insgesamt 157) taiwanischen Hochschulen. Die Zahl der Kooperationsvereinbarungen hat sich damit seit 2006 mehr als versechsfacht. Mit keinem anderen Hochschulsystem Ostasiens weist Deutschland auch nach dem Datenstand der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) in Relation zur Gesamtbevölkerung eine höhere akademische Kooperationsintensität auf.

Die renommierteste taiwanische Hochschule, die National Taiwan University (NTU), hat mit 86 Vereinbarungen die meisten Hochschulkooperationen mit deutschen Hochschulen eingerichtet, gefolgt von der National Chengchi University (NCCU, 39) und der National Taiwan Normal University (NTNU, 32). Die meisten Hochschulkooperationen wurden mit forschungsstarken nordtaiwanischen Hochschulen eingerichtet. In Zentral- und Südtaiwan pflegen die ebenfalls forschungstarken National Chung Hsing University und die Providence University in Taichung sowie die National Cheng Kung University in Tainan besonders intensiven Kontakt mit mehreren deutschen Hochschulen.

Die zehn wichtigsten taiwanischen Kooperationspartner deutscher Hochschulen
Rang Taiwanischen Hochschule Anzahl der Vereinbarungen
1 National Taiwan University (NTU) 86
2 National Chengchi University (NCCU) 39
3 National Taiwan Normal University (NTNU) 32
4 National Chung Hsing University (NCHU) 27
5 National Chiao Tung University (NCTU) 26
6 Providence University 21
7 National Taiwan University of Science and Technology (NTUST) 18
8 National Tsing Hua University (NTHU) 18
9 Fu Jen Catholic University 16
10 National Cheng Kung University (NCKU) 15

Auch auf deutscher Seite sind vor allem forschungsorientierte Universitäten wichtige Kooperationspartner taiwanischer Hochschulen. Die meisten Kooperationsprogramme hat die Universität Tübingen mit 21 Programmen mit taiwanischen Hochschulen eingerichtet, gefolgt von der Universität Hamburg (18) und der Universität Heidelberg (12). Jedoch arbeiten auch deutsche Fachhochschulen gerne mit taiwanischen Hochschulen zusammen, so haben zum Beispiel die Hochschule Wismar und die Technischen Hochschule Nürnberg acht Kooperationsvereinbarungen mit taiwanischen Hochschulen unterschrieben, die Cologne Business School (CBS) kooperiert in sieben Programmen.

Die zehn wichtigsten deutschen Kooperationspartner taiwanischer Hochschulen
 Rang   Deutsche Hochschule  Anzahl der Vereinbarungen
1 Eberhard Karls Universität Tübingen 21
2 Universität Hamburg 18
3 Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg 12
5 Freie Universität Berlin 11
5 RWTH Aachen 11
7 Universität Mannheim 10
7 Ludwig-Maximilians-Universität  München 10
10 Universität Bonn 9
10 Technische Universität München 9
10 Technische Universität Darmstadt 9

Obwohl die überwiegende Mehrheit der taiwanischen Hochschulen (107) privat ist, sind die meisten Kooperationen deutscher Hochschulen mit den 50 staatlichen Institutionen eingerichtet worden. Deutsche Hochschulen haben insgesamt 341 Kooperationsvereinbarungen mit staatlichen taiwanischen Hochschulen eingerichtet, während lediglich 128 Vereinbarungen mit privaten Hochschulen aus Taiwan geschlossen wurden.

Mit 323 entsprechenden Vereinbarungen dominieren inhaltlich die Übereinkünfte zu gegenseitigen Studierendenaustausch. Derart wird taiwanischen und deutschen Studierenden die Möglichkeit geboten, im Rahmen eines Austauschprogrammes das Partnerland und die Partnerinstitution besser kennen zu lernen und das Lehrangebot der Partnerhochschule im Rahmen des Curriculums der Entsendungshochschule zu nutzen. Auf Basis dieser Austauschvereinbarungen hat sich der Studierendenaustausch zwischen Deutschland und Taiwan in den letzten Jahren stark intensiviert. Ebenfalls von großer Bedeutung sind Vereinbarungen zu wissenschaftlichen Austausch (194) und in 158 Kooperationsvereinbarungen wird der Austausch von Lehrkräften geregelt. Auch die Teilnahme bei Kurzprogrammen und Sommerkursen (57) oder Forschungsaufenthalte von Studierenden (54) werden häufig über Kooperationsvereinbarungen geregelt. Eine geringere Rolle im Kontext von Hochschulkooperationsvereinbarungen spielen Industriekooperationen (18) und Praktika (2).