Es hat langjährige Tradition: Viele taiwanische Musiker und Künstler werden in Europa ausgebildet. Zwar assoziiert man in Taiwan mit Deutschland zuallererst die großen deutschen Autobauer und damit verbunden die Ingenieursausbildung an Hochschulen in Deutschland. Doch mit 83 Opernhäusern, 310 großen Theatern und über 6.000 Museen ist Deutschland auch eine kulturelle Großmacht. Hinzu kommen 58 Musik- und Kunstakademien, die junge Kunstschaffenden ausbilden.

Entsprechend groß ist bei jungen taiwanischen Künstlern das Interesse an einem Kunst-, Design- oder Musikstudium in Deutschland. Der Bewerbungsprozess für ein Kunst-Studium in Deutschland unterscheidet sich stark von der Bewerbung für andere Studienrichtungen: eine Bewerbungsmappe muss eingereicht werden, Termine für ein Vorspielen oder andere Demonstration des künstlerischen Talents müssen vereinbart werden,… Die Auswahl der Kunst- und Musikstudierenden ist höchst kompetitiv, immerhin investieren die deutschen Bundesländer ja auch sehr viel Geld in die Ausbildung der jungen Künstler. Für erfolgreiche Bewerbungskandidaten selbst ist die Ausbildung an staatlichen Kunst- und Musikhochschulen nach wie vor weitestgehend gebührenfrei. Wenig bekannt ist, dass der DAAD für Musikstudierende aus dem Ausland auch Stipendienangebote bereitstellt.

In einer Informationsveranstaltung am 28. März informierte deshalb der DAAD in Räumlichkeiten des Goethe-Instituts über den Bewerbungsprozess und Fördermöglichkeiten für Kunst- und Musikstudierende. Der junge Chellist Chiu Yi-Hsun (邱奕勳), der 2016 nach einem Musikstudium in Deutschland nach Taiwan zurückkehrte berichtete von seinen eigenen Erfahrungen und konnte den zahlreichen Besuchern der Veranstaltung wertvolle Tipps für die Bewerbung  und zum Leben in Deutschland geben.