Als der Professor für Schiffbau Moustafa Abdel-Maksoud das DAAD Informationszentrum in Taipeh per E-Mail kontaktierte, war er bereits am Ende seiner Weisheit angelangt:

Vor dreißig Jahre hatte er als junger Mann ein DAAD-Stipendium erhalten und in Freiburg einen Deutsch-Intensivkurs besucht. In dieser alten deutschen Universitätsstadt lernte er einen taiwanischen Kommilitonen kennen, mit dem er täglich die Schulbank drückte und mit dem er sich rasch anfreundete. Wenn er einmal nach Taiwan kommen sollte, so versprach er damals seinem Kommilitonen, dann werde er ihn sicher besuchen. Doch nach drei Monaten Intensivkurs trennten sich die Wege des ägyptischen Ingenieurs und des taiwanischen Biologen. Als Prof. Abdel-Maksoud nun eine Einladung zu einer Konferenz an der Taiwan Universität erhielt und zum ersten Mal Taiwan besuchen sollte, erinnerte er sich seines ehemaligen Kommilitonen. Jedoch war bereits jeglicher Kontakt abgebrochen und er wusste nur noch den Namen des alten Freundes Kuo Shu-Shyang in alphabetischer Umschrift.

Glücklicherweise konnte der DAAD, aufgrund des hervorragenden Gedächtnisses von Frau Tung Peilan und mit Hilfe einer umfangreichen Alumini-Datenbank helfen und den Kontakt wiederherstellen. Prof. Abdel-Maksoud konnte so seinen Konferenzbesuch mit einem privaten Anliegen verbinden und eine alte Freundschaft erneuern. Der junge Biologe Kuo Shu-Shyang ist heute einer der erfolgreichsten Orchideen-Züchter Taiwans, der den Weltmarkt mit seinen wunderschönen Gewächsen beliefert. Gemeinsam besuchten die wiedervereinten Alumni das DAAD-Informationszentrum in Taipeh, um sich für die Kontaktanbahnung zu bedanken. Für das IC war es eine schöne Gelegenheit, das umfangreiche Netzwerk des DAAD erfolgreich zu nutzen und ganz konkret zwei Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen wieder miteinander zu verbinden und somit einer Kernaufgabe des DAAD gerecht zu werden.