Forschung in Taiwan

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Ausschreibungen

Call for Applications

Fellowships in Humanities and Social Sciences

Positions available for Fellowships for Doctoral Students and Postdocs at  Academia Sinica Institute of Political Sciences.

Deadline: March 2015

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 Taiwan International Graduate Programm (TIGP) 

TIGP offers scholarships for twelve interdisciplinary PhD-Programms in Science and Engineering. 

Deadline: 31 March 2015

New: TIGP now also accepts online applications.

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Tigp Programm2015 

Neues aus Wissenschaft und Forschung

Der Tang Preis –„der asiatische Nobel-Preis“


Der Tang Preis ist ein hochdotierter Wissenschaftspreis, der von der Tang Prize Foundation gestiftet wird, die 2012 vom taiwanischen Industriellen Dr. Samuel Yin ins Leben gerufen wurde. Der Tang Preis wird all zwei Jahre in den folgenden vier Kategorien verliehen: Nachhaltige Entwicklung, Biopharmazie, Sinologie, Rechtsstaatlichkeit. Die Tang Prize Foundation hat der Academia Sinica die Aufgabe übertragen, die Preisträger auszuwählen. Preisträger werden allein aufgrund ihrer Forschungsleistung und ihres Beitrags zur menschlichen Gesellschaft nominiert.

Die Preisträger des 2014 erstmals verliehenen Tang Preises sind: Gro Harlem Brundtland (Nachhaltige Entwicklung), James P. Allsion und Tasuku Honjo (Biopharmazie), Yu Ying-Shih (Sinologie ), Albie Sachs (Rechtsstaatlichkeit)

Forschung und Entwicklung (F&E) in Taiwan: Überblick

Das 23 Mio Einwohner zählende Industrieland Taiwan befindet sich nach seiner schnellen wirtschaftlichen und demokratischen Entwicklung der 70er-90er Jahre im Übergang vom Produktions- zum Forschungs- und Technologiestandort. Taiwan gehört mit F&E-Ausgaben von ca. 8,5 Mrd. EUR in 2011 (ca 3% des BIP) zu den weltweit bedeutenden Forschungsstandorten. Sein ICT-Bereich ist Weltspitze. Mit ca 250.000 F&E-Beschäftigten und einem 1,16%-Anteil von Forschern an allen Erwerbstätigen will Taiwan sich als Hochtechnologieland und internationaler Forschungsstandort behaupten. Bei ausländischen Patentanmeldungen in den USA liegt Taiwan hinter Japan, Deutschland und Korea auf dem 4. Platz (2010) (2000-2006 sogar Platz 3).  2009 wurden in Taiwan 3.392 Patentanträge pro Mio. Einwohner gestellt, so viele wie in keinem anderen Land der Welt.

In der Forschungspolitik fördert Taiwan neben der weltweit führenden ICT-Technologiezunehmend strategisch auch Bio- und Nanotechnologie. Die Entwicklung intelligenter Systeme, die Kreativwirtschaft und der Gesundheitsbereich werden ebenfalls gefördert. Die zentralen Inhalte der Wissenschaftspolitik werden vom National Science Council (NSC) koordiniert. Die Wissenschaftskooperation zwischen Taiwan und China wächst rasant, getragen von den engen wirtschaftlichen Beziehungen und der kulturellen Nähe,  und führt zunehmend auch zu trilateralen Forschungs- und Universitätsprogrammen.

Forschung an Universitäten

Die universitäre Forschung in Taiwan wird hauptsächlich von den 12 staatlichen Universitäten getragen, die bei der taiwanischen „Exzellenzinitiative“ (Aim for Top University -Project)erfolgreich waren. Den größten Forschungsoutput hat die traditionsreiche National Taiwan University (NTU) , eine Volluniversität mit breitem Fächerspektrum. Aber auch die technisch ausgerichteten Universitäten National Tsing Hua University, University, National Chiao Tung University, National Cheng Kung University, und die National Central University,  sowie die National Yang-Ming University, die einen Schwerpunkt auf Medizin und Life Sciences hat, sind leistungsstarke Forschungsuniversitäten.

Nach dem Essential Science Indicator (2010) gehören Taiwans Universitäten in 16 der 21 Bereiche, die im ESI untersucht werden, weltweit zu den Top-1% der Forschungseinrichtungen. Wenigstens eine taiwanische Universität war unter den ersten 100 in den folgenden 10 Forschungsgebieten:  Informatik, Ingenieurwissenschaften, Materialwissenschaften, Ökologie/Umweltwissenschaften, Chemie, Medizin, Pharmakologie, Physik, Geowissenschaften und Agrarwissenschaften.

Die wichtigste Organisation der Forschungsförderung in Taiwan ist der National Science Council (NSC), um dessen Fördermittel sich sowohl  Forscher an Universitäten als auch an Forschungsinstituten bewerben können. Der NSC hat bilaterale Programme mit der DFG und dem DAAD.

In Taiwan haben, wie in Deutschland, nur Universitäten das Promotionsrecht. Es ist üblich, dass Forscher an außeruniversitären Forschungsinstituten, insbesondere an der Academia Sinica, gleichzeitig einen Lehrstuhl an einer Universität innehaben.

Außeruniversitäre Forschung

Die wichtigsten außeruniversitären Forschungsorganisationen sind die Academia Sinica,(AS),  wo vor allem Grundlagenforschung betrieben wird, und das Industrial Technology Research  Institut (ITRI), das, vergleichbar mit den Fraunhofer Instituten, angewandte Forschung betreibt. Das kommt das „Triple-I“, Institute for Information Industry , dessen Aufgabe die Entwicklung der IT-Industrie und der Informationsgesellschaft ist.

Die Academia Sinica hat drei Abteilungen:

  • Geistes- und Sozialwissenschaften (11 Institute, 1 Forschungszentrum)
  • Mathematik und Naturwissenschaften( 8 Institute , 3 Forschungszentren)
  • Lebenswissenschaften (5 Institute, 3 Forschungszentren).

Die Institute der Academia Sinica liegen auf dem Campus in Nangang, Taipei. Seit 2002 bietet die AS in Kooperation mit taiwanischen Universitäten ein Stipendien- Programm  für internationale Bewerber an, das Taiwan International Graduate Program.

Das Industrail Technology Research Institute (ITRI) liegt in Hsinchu, im Norden Taipeis, in unmittelbarer Nähe des Hsinchu Science Parks. Das ITRI betreibt Forschung & Entwicklung auf folgenden Gebieten

  • Information and Communication Technologies
  • Electronics and Optoelectronics Technologies
  • Material,Chemical and Nanotechnology
  • Medical Device and Biomedical Technologies
  • Mechanical and Systems Technologies
  • Green Energy and Environment Technologies

Industrie-Forschung

Traditionell sind Wissenschaft und Forschung Taiwans insbesondere im ICT-Sektor eng mit der Wirtschaft verknüpft. Weltweit Nachahmung fand die Gründung des Industrial Technology Research Institute (ITRI) 1973 in Hsinchu und die Gründung 1980 des ersten Science Parks in Hsinchu (Umsatz der dortigen Firmen in 2011 33 Mrd US$).

Inzwischen wurden zwei weitere Science Parks gegründet, der Central Taiwan Science Park (2003) und der Southern Taiwan Science Park (1997) mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten. Alle Science Parks unterstehen direkt dem NSC. Sie bieten Ansiedlungshilfen und vermitteln Dienstleistungen, zum Beispiel schnelle und günstige Projektfinanzierungen. Start-up Unternehmen wie der Elektronikkonzern ACER oder die Chipproduzenten TSMC oder UMC konnten so in kurzer Zeit zu Weltmarktführern werden

Taiwan setzt auf Forschung und Entwicklung, um seine Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der wachsenden Konkurrenz anderer asiatischer Länder zu wahren. Die Regierung will einerseits mehr ausländische F&E-Zentren auf der Insel ansiedeln und andererseits die einheimischen Unternehmen bei ihren Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten unterstützen. Im internationalen Vergleich steht die Insel gut da.

Die Insel hat sich auch als leistungsstarker Standort im Bereich Forschung und Entwicklung etabliert. Vor allem im Elektronik- sowie Informations- und Kommunikationssektor haben Unternehmen wie HP, Dell, Motorola, Sony, Fujitsu, Ericsson, ASML teilweise bereits vor Jahren in Innovationszentren investiert.
Nach Angaben des Ministry of Economic Affairs sind bis Ende 2011 auf der Insel 54 F&E-Zentren multinationaler Unternehmen gegründet worden.

Zugleich sind in Taiwan in den Segmenten Halbleiter, Displays, tragbare Computer, Mobiltelefone, sowie in den Bereichen Medizintechnik, Automatisierung, Software sowie Mess- und Regeltechnik auch zahlreiche einheimische Unternehmen forschend und entwickelnd tätig. Ende 2011 lag die Zahl der unternehmenseigenen Innovationszentren inländischer Firmen nach Angaben des Department of Industrial Technology bei 143. Hinzu kommen die überwiegend aus öffentlichen Kassen finanzierten Einrichtungen, wie das renommierte Industrial Technology Research Institute (ITRI).

Dass die Anstrengungen Früchte tragen, zeigt sich im internationalen Vergleich. Im "Global Information Technology Report 2010-2011" des World Economic Forum, der 138 Länder untersucht, kam Taiwan auf Platz 6 und lag damit fünf Ränge besser als in der vorangegangenen Studie. Der Insel wird eine starke Innovationskraft bescheinigt, vor allem weil die Zahl der Patentanmeldungen hoch ist und massiv in die Informations- und Kommunikationsinfrastruktur investiert wird.

Taiwan plant, seine F&E-Ausgaben im Jahr 2012 auf 3% des Bruttoinlandprodukts (BIP) auszuweiten. Die entsprechende Quote für 2009 lag bei 2,9%. Dabei trägt die Privatwirtschaft das meiste zu den landesweiten F&E-Leistungen bei. Von den Forschungs- und Entwicklungsausgaben der Unternehmen fließen mehr als 70% in Hightech-Industrien, insbesondere in die Computer- und Optoelektronik.

Quelle, Info-Brief 24.02.2012, Juergen Maurer, Taipei (gtai) -